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Trans Dolomiti 30.7.-5.8. Franzensfeste – Bassano del Grappa: 325 km/11.000 Hm
Geschrieben von harry-funsel am Donnerstag, 31. August 2017

Zu fünft machten wir uns auf die Dolomiten von Nord nach Süd zu durchqueren. Bergauf verlief die Route zumeist auf gut befahrbaren Wegen. Bergab gab es viele tolle und nicht allzu schwierige Trails. Die gute Stimmung in der Truppe, das herrliche Wetter und die traumhaften Ausblicke in die Bergwelt machten die Tour zu einem einmaligen Erlebnis. 

Bericht von Reinhard Meier (Guide):

Am Sonntag, 30. Juli 2017 um 7:45 Uhr trafen wir uns wie vereinbart am Bahnhof in Rosenheim, um mit dem Zug zum Ausgangspunkt unserer Transdolomiti, nach Franzensfeste, zu gelangen. Gegen 11 Uhr saßen wir im Sattel und das Abenteuer konnte beginnen. Ein Gruppenmitglied senkte den Altersdurchschnitt deutlich. Wir hatten uns fest vorgenommen auf Marco, der gerade mal 12 Lenze zählte, Rücksicht zu nehmen. Wie sich herausstellte, war es jedoch eher andersrum. Langsam arbeiteten wir uns hoch zum Vallerjöchl und weiter zur Einkehr auf die Ochsenalm. Aufziehende dunkle Wolken beendeten dann unsere Rast. Über den Stoanamandl mit seinen 2118 m cruisten wir auf flowigen Wald- und Wiesentrails nach unten, anfangs begleitet durch ein leichtes Tröpfeln. In Mühlbach/Pustertal kam wir aber trocken an und checkten im gemütlichen Hotel Gasthof Seppi ein. Nach der Bike- und Körperpflege gingen wir zufrieden zum geselligen Teil des ersten Tages über.

 

Die dunklen Wolken vom vorabendlichen Gewitter hatten sich vollständig verzogen und unser Tag startete mit einer zweistündigen Auffahrt zur Rodenecker Alm und weiter zur Starkenfeldhütte (1939 m). Mehr oder weniger einstimmig entschieden wir die vorgesehene Route zu verlassen, um an der Kreuzwiesenalm vorbeizuschauen. Das Astjoch musste also auf unseren Besuch verzichten. Vielleicht beim nächsten Mal. Bevor‘s weiter ging, musste jedoch ein Platten am Hinterrad eines Fahrers beseitigt werden. Wie sich herausstellen sollte es nicht der letzte Platten am besagten Hinterrad sein. Nach der Kreuzwiesenalm kämpften wir uns schiebend, tragend und unter Unmutsbekundungen zurück auf die ursprüngliche Route. An dieser Stelle möchte ich mich nochmals für den Vorschlag an der Kreuzwiesenalm vorbei zu schauen bedanken. Ein Auf und Ab mit phantastischen Blicken auf den Fanes-Park und den Peitlerkofel brachte uns zur Wieseralm. Wir genossen die Ruhe der Alm bei einem Erfrischungsgetränk (abgesehen vom zwischenzeitlichen Lärm des Laubbläser, der zum Heuwenden zweckentfremdet wurde). Auf feinen Wegen rollten wir ab ins Gandertal. Die Abfahrt wurde garniert mit einem Platten am Hinterrad eines Fahrers und einer Wegsperrung mit Misthaufen, wodurch wir in den Genuss einer kurzen Tragepassage über eine steile Wiese kamen. Auf Asphalt bewältigten wir die letzten Höhenmeter bis nach St. Vigil, unserem Tagesziel. Nach dem Abendessen ging jeder seinen Aufgaben nach. Ein Gruppenteilnehmer verbrachte den Abend mit dem Flicken der undichten Schläuche und der Rest der Gruppe kümmert sich um den Flüssigkeitshaushalt.

 

Tag 3 begann mit einem Platten am Hinterrad eines Teilnehmers. Glücklicherweise hatte dieser am Vorabend für ausreichend Nachschub gesorgt. Nach der Pannenhilfe und dem Einkauf neuer Schläuche startete der sportliche Teil des dritten Tages mit einer steilen Auffahrt, die jedoch bald wieder unterbrochen wurde.  Der frisch eingebauten Schlauch war wieder platt. Begleitet von endlosen Schimpftiraden vom leidgeplagten Biker wurde der nächste Schlauch eingelegt. Mittlerweile flutschte der Mantel nur so auf die Felge. Unsere Tour führte uns dann ohne weitere unfreiwillige Unterbrechung hoch zum Ritjoch und zur Kreuzspitze (2021 m). Hier erwartete uns ein fantastischer Rundumblick auf die Dolomiten und den Alpenhauptkamm. Entlang der beeindruckenden Felsen der Kreuzkofelgruppe, die direkt neben uns über 1.000 Meter aufragten, bikten wir auf einem Trail mit Blicken zum Peitlerkofel und zum Sellastock zur wohlverdienten Einkehr am Heiligkreuz-Hospiz. Gestärkt mit einem Omelett cruisten wir auf einem Highlight-Trail nach St. Kassian. Wegen der Hitze gönnten wir uns nochmals eine Rast bevor wir die letzten 550 Hm hinauf zum Rifugio Passo Valparola auf 2168 m in Angriff nahmen. Wie üblich führte Marco unsere Gruppe leichtfüßig an, als kurz vor unserem Tagesziel ein anderer Mountainbiker überholte. Unter lautstarken Anfeuerungsrufen unsererseits trat Marco kräftig in die Pedale und schnupfte den Vorbeifahrer gerade noch rechtzeitig vor dem Etappenziel. Dank Marco war unsere Ehre gerettet. Oben angekommen, war der Ausblick auf die Dolomitenzacken in Abendsonne grandios.

 

Tag 4 begann mit der kurzen und gemächlichen Auffahrt zum Passo Valparola und nach Falzarego. Auf einem super flowigen Wald- und Wiesentrail rollten wir an einem Bachlauf entlang bis zur Auffahrt zum Rifugio Cinque Torri. Dort angekommen ging‘s zumeist schiebend weiter zum Rifugio Averau, wo unglaubliche Blicke auf die Cinque Torri und die Berge um Cortina d‘Ampezzo für die Anstrengungen entlohnten. Die legendären Alleghe-Trails führten uns weit hinab. Nach einigen Asphaltkilometern in der Ebene gewannen wir auf einem Forstweg wieder deutlich an Höhe, während sind in unserem Rücken dunkle Wolken auftürmten. Kurz vor der Hütte Ristoro Fertazza begann es leicht zu regnen, so dass wir uns in die Hütte flüchteten, bevor sich über uns eine Gewitter entlud. Einige Kaltgetränke später war das Gewitter vorbei und die Sonne lachte uns wieder entgegen. Nach einem letzten Anstieg fuhren wir auf etwas rutschigen Trails über Wald und Wiesen nach Alleghe ab.

 

Der nächste Tag begann mit Luftmangel am Problemreifen. Diesmal wurde nur kräftig aufgepumpt und die entspannte Abfahrt vorbei am idyllischen Lago di Alleghe fortgesetzt. Eine teils steile Auffahrt zwang den einen oder anderen immer wieder mal vom Bike. Oben angekommen wurden Bremsbeläge kontrolliert und gewechselt, um für den folgenden schönen Waldtrail gerüstet zu sein. Immer wieder taten sich tolle Blicke zu den Felsen der mächtigen Civetta und zum Monte Pelmo auf. Mit einigen saftigen bzw. wie manche zu sagen pflegen „muiden“ Rampen arbeiteten wir uns durch uralte Dörfer und dann entlang eines Gebirgsbachs Richtung Lago de Mis. An diesem wunderschönen See in den bellunesischen Dolomiten machten wir Rast, um uns zu erfrischen. Beschwingt von der Erfrischung fuhren wir entspannt über ursprüngliche Dörfer nach Feltre (280 m) ab. Die Stadt erwartete uns mit einer Gluthitze, so dass wir dem sehenswerten historischen Umfeld nichts abgewinnen konnten und uns auf das Wesentliche (Essen und Trinken) beschränkten.

 

Tag 6 startet wie Tag 3 mit einem Platten am mittlerweile bekannten Reifen. Die bestens ausgestattete Garage am Hotel machte den Schlauchwechsel regelrecht zum Vergnügen. Eine andere Bikergruppe hatte ebenfalls einen Biker mit ständigem Luftverlust dabei. Vermutlich auch ein harter Hund, der immer über alle Steine fährt. Wir entfernten uns von Feltre, immer einsamer und steiler ging es hoch Richtung Monte Grappa. Nach 2/3 der Strecke erreichten wir die Bar Forcelletto (1368 m), um nochmals die Wasserflaschen aufzufüllen. Alte Militärwege brachten uns schließlich nach oben zum Monte Grappa, wo uns beeindruckende Festungen aus dem 1. Weltkrieg und leider auch viele andere Besucher erwarteten. Vor der eigentlichen Abfahrt vom Monte Grappa ging‘s zuerst etwas runter und dann nochmals hoch auf dem 152iger Weg. Auf dem tollen aber nicht ganz einfachen Trail (153iger), der an einigen Stellen etwas ausgesetzt war, fuhren wir ab. Während der Abfahrt konnte selbst der Hinterreifen des Guides die Luft nicht mehr halten. Die im Schlauchwechsel geübten Teilnehmer standen mit Rat und Tat zu Seite, so dass es schnell weiter ging. In Fietta, einem kleinen unscheinbaren Ort am Fuße des Monte Grappa, machten wir nochmals Rast. Wie sich herausstellt der Ort mit dem günstigsten und besten Aperol Spritz südlich der Alpen. Tipp für Harry: Fietta ist immer eine Reise wert. Nun lagen nur noch 15 km Ausrollen und ein weiterer platter Hinterreifen vom Guide zwischen uns und Bassano del Grappa. Dort angekommen machten wir das obligatorische Gruppenfoto an der Brücke und feierten unsere gelungene Tour, die ohne größere Blessuren an Mensch und Maschine bewältigt wurde.

 

Tag 7 begann mit Kopfschmerzen und einem defekten Dämpfer am Bike des Guides. Zumindest hatte keiner einen Platten, so dass ohne zeitliche Verzögerung zum Bahnhof gelangten und den Zug nach Venedig ohne Probleme erreichten. Von dort ging‘s über Verona zurück nach Rosenheim.


Bilder werden demnächst online gestellt!

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