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Bestens aufgelegte Truppe überquert die hohen Berge von Süd nach Nord
Geschrieben von harry-funsel am Dienstag, 12. September 2017

In 4 Tagen vom italienischen Sterzing zum oberbayerischen Meer …
… mit Wolfram, Isabella, Koni, Gabi, Erwin, Andi und Harry


Nachdem uns der Eurocity hoch oben am Vormittag am noch kalten, aber sonnigen Brenner „ausgespuckt“ hatte, ging´s flugs hinab ins Italienische, sprich ins um 300Hm wärmere Sterzing.

Das Queren der Bundesstraße, das laut Tourenplan unabdingbar war, verhinderten an mehreren Stellen grimmig dreinblickende Carabineri und Streckenposten.
Leider war nicht geplant, dass just zu dieser Zeit, an diesem Ort, die Rennradelgruppen des legendären Ötztalradmarathons an uns 7 TransAlpler vorbeizischten und unsere geplante Route durcheinandermischte.

Aber irgendwann gelang´s dann doch und so querten wir fast pünktlich den Dorfplatz von Sterzing um darauf ins beschauliche aber umso imposantere Pfitschertal einzufahren.
Hier an den ersten steileren Abschnitten, auf schwer zu fahrenden Wiesenpfaden flossen die ersten Schweißperlen. Gegen Mittag erreichten wir die hintere Pfitschertalhochebene um im Hotel Kranebitt die leeren Speicher wieder zu füllen.

Nachmittags war Schluss mit Lustig, 900 Hm Auffahrt zum Pfitscherjoch standen auf dem Plan. Gleichzeitig zog der Himmel zu und kurz vor der Passhöhe, nach 2 ½ stündiger Auffahrt, frischte der Wind bei gleichzeitig einsetzendem Regen auf.

Die Passhöhe wurde bei Nieselregen gequert um dann die 400 Hm Schmankerlabfahrt zum Schlegeisstausee anzugehen.

Mit breitem Grinsen im Gesicht ließen wir den Trail hinter uns, um nach weiteren 45 Minuten unsere Unterkunft im Bergsteigerdorf Ginzling „einzunehmen“.

 

Der nächste Tag empfing uns wieder mit „Sonne im Gesicht und in den Speichen“!

Highspeed Abfahrt ins Zillertal mit anschließender schweißtreibender Auffahrt am steilen, jedoch asphaltierten Gerlosberg. Die Gerlos Bundesstraße in Höhr- und Sichtweite kämpften wir uns bis zu einem einsamen Gehöft, dem Ende der Straße auf 1200 Hm.

Bis zu diesem Zeitpunkt war für die allzeit lustige und harmonisierende TransAlp-Gruppe alles „g´schmeidig“ verlaufen. Keine schlimmen Wetterunbilden, kein Hungerast, keine Stürze!

Bis jetzt !

Der wurzelgespickte, steile, engkehrige Waldpfad wurde unserem risikofreudigsten Abfahrer sogleich zum Verhängnis. Eine knorrige Wurzel hebelte Koni samt Bike Richtung steilem Abhang.

Sowohl Fahrer, Bike und Helm blieben bei den mehrfachen Überschlägen einigermaßen heil J

Nach Bergung der 3 „Teile“ aus dem Waldhang, ging´s ungleich vorsichtiger weiter abwärts.

Kurz vor der Ortschaft Gerlos zwang uns ein Platzregen gerade noch rechtzeitig in´s Wirtshaus „Kühle Rast“. Koni machte seinem Spitznamen („Nachschlag-Koni“)alle Ehre und versuchte das „Sturzadrenalin“ kalorienreich zu bekämpfen J

Bei kurzzeitig sonnigen Bedingungen erklommen wir gutaufgelegt den Gerlospass. Meine Navi zeigt noch leicht ansteigende 3,5 km bis zur Unterkunft an, also eigentlich ein Kinderspiel für uns.

Tja, der Mensch denkt und „Petrus“ lenkt!! In für die Berge üblicher Manier zog in Minutenschnelle ein grobes Gewitter auf. Dem einsetzenden Hagel versuchten wir zunächst unter einer Brücke und später in einem Waldstück auszuweichen.

Letztlich erreichten wir Heil aber tropfnass das Hotel in Königsleiten auf 1650 Hm.

Dem Wirt sei Dank, er erfasste unsere missliche Lage, zeigte uns den Wärmeraum für die nassen „Latschen“, den Keller für die Bikes, unsere warmen Zimmer und managte einen Schnelltermin beim hiesigen Sporthändler um eins der Bikes mit einem neuen Schaltzug zu bestücken.

Der Abend war wie immer kurzweilig und schön bei bestem Essen und orangen und roten Getränken.

 

Der 3. Morgen war wetterstimmungsmäßig nicht zu toppen!

Strahlender Sonnenschein, eine grandiose Bergwelt rundum, Sicht weithinein in die Krimmler Bergwelt und weit unten im Tal eine undurchdringliche weiße Suppe.

Und in genau diese führte uns zunächst unser Tourenplan. Bei der Abfahrt ins nasskalte Salzachtal wurde noch ein kurzer „Boxenstopp“ eingelegt. Die tiefverwurzelte Technik Verliebtheit unserer Männer hatte das „Gary-Fisher“ von Gabi zum Ziel auserkoren. Ein wirklich nicht ganz fester Flaschenhalter wurde ihr zum Verhängnis. Zunächst wurde analysiert, gefachsimpelt und aufwendige Lösungsvorschläge ins Spiel gebracht, eher einer der Teilnehmer eher unkonventionell mit ein oder zwei Kabelbinder die Sache in Ordnung brachte!! Spielverderber!! Noch dazu Kabelbinder farblich passend zu Gabis Outfit!

Nach der Abfahrt gibt´s bekanntlich wieder eine Auffahrt. Und was für eine! Die Nebelsuppe wieder langsam durchdringend kletterten wir die Kitzbüheler Grasbuckel vorbei am wohlbekannten Gasthaus Rechtegg zur Mittagseinkehr an der Steineralm bergan.

Nach der opulenten Mittagseinkehr standen noch 600 sehr, sehr steile Höhenmeter zum aussichtsreich, auf exakt 2005 Hm gelegenen Wildkogelhaus auf dem Plan.

Das Panorama von hier kann man nicht beschreiben, das muss man einfach mal bei guten Bedingungen erlebt haben! Isabella, Gabi und Harry nahmen noch zu Fuss den Wildkogelgipfel mit, wogegen Andi, Erwin, Koni und Wolfram noch die gesellige Männerrunde auf der Terrasse genossen.

 

Der letzte Tourentag wartete mit stabilem Schönwetter auf. Gleich nach dem Frühstück „gaben wir uns“ noch den mittelschweren, flowigen Wildkogeltrail, 600 Hm runter Richtung Neukirchen. Und um die verlorenen Höhenmeter wieder gutzumachen die Gondel wieder hinauf zum heutigen Tourenstart.

Der letzte Transalptag war mit 105 km und 1200 Hm schon anspruchsvoll. Abfahrt zur Baumgartenalm, knackige Auffahrt zur Filzenscharte bei der Neuling Erwin einmal mehr sein Können bergauf zeigte, dann die wunderschöne Abfahrt von der Filzenscharte und Einkehr in der Klooalm.

Der Rest ist schnell erzählt:

Abfahrt nach Kirchberg, schlimme Radelpanne bei Harry´s Bike, ein neues Bikegeschäft in Kirchberg kennengelernt J, lange und schnelle Querung des Kaiserbachtales, schlimmer „Verfahrer“ am Schmugglerweg bei Kössen, Treffen mit den „Entgegenfahrern“ Anita und Sonja“ in Marquartstein und letztendlich Ankunft am Chiemsee.

Das Abschlussessen zusammen mit den angereisten Freunden (Adi, Claire, Anita, Rita, Geli und Sonja) rundete bei fast schon kitschiger Sonnenuntergangsstimmung die gesamte Tour in vollendeter Weise ab. Für mich selbst war´s eine der schönsten TransAlps die ich je gefahren bin, sowohl von der netten Truppe, der einmaligen Landschaft als auch von den vielen Erlebnissen her.

 

TransAlp-Papst Uli Stanciu hat in einem seiner Tourenbücher folgendes Abschlusswort gewählt:

 

„Wer am Ende seiner TransAlp-Tour zum ersten Mal den Gardasee oder den Lago Maggiore sieht, wird durchströmt von großen Emotionen. Manchen kommen sogar die Tränen. Du hast es geschafft. Du hast die Alpen, diese hohe Barriere im Zentrum Europas, überquert, mit Muskelkraft, du hast traumhafte Landschaften gesehen, du hast eine große Leistung vollbracht, du hast Mut bewiesen, du spürst Harmonie, mit der Natur und mit dir selbst

 

…. du bist reich geworden…

 

…. nicht an Geld, …

… aber an Erlebnissen!

 

 

Harry

» Substance: pragmaMx » Style: Ahren Ahimsa